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Samstag, 21. November 2009

Good Night Lovers



Sing me to sleep. Sing me to sleep. I'm tired and I want to go to bed.

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Bild: Piotr Uklanski

Von der Wichtigkeit, die richtige Perspektive zu finden



Vibrating windows from outside the venue while Sunn O))) were playing. 

via Ideologic

Montag, 16. November 2009

Ein Fiebertraum

Sonntag, 15. November 2009

A little more light - a little less weight




Getragene Musik für dunkle Winterabende. Eine kleine Liste


A Silver Mt. Zion - He Has Left Us Alone But Shafts Of Light Sometimes Grace The Corners Of Our Rooms

Stellvertretend für das Gesamtwerk der Band mit den tausend Namen. Erste Platte, erste Liebe. Engel wachen am Bett. Herzband. Unglaublich wichtig für alles.


The Album Leaf - In a safe place

Jimmy Lavalle fährt nach Island, um dort ein Album aufzunehmen. Mehr braucht man nicht zu wissen.


The Boats - Tommorrow Time

Keine Ahnung wo die herkommen, ich vermute aus dem morr-music-Umfeld. Kleinteiliges. Sehr Präzise. Sweet Glockenspiel.


V.A. - Pop Ambient

Lieblings-Compilation-Serie. Alle groß. Kaufe ich Jahr für Jahr blind.


Windy & Carl - Songs for the broken hearted

Ich liebe die beiden. Sie wohnen in Dearborn, Michigan, betreiben einen Schallplattenladen und ein Label. Und veröffentlichen Schallplatten, die allesamt toll sind. Und die Gitarre klingt endlich mal nicht wie eine Wand, sondern eher wie ein Vorhang oder Nebel. Ich liebe die beiden. Das ist alles, was ich weiß.


Rhythm & Sound - same

Ausschau halten nach Innen und sich in Dubschleifen verlieren, das ist manchmal alles, was ich will. Moritz von Oswald und Mark Ernestus. BasicChannelHardwaxundso. Mein Zugang zu Jamaica.


Bohren & der Club of Gore - Black Earth

Sabbat schwarzer Highway. Dangerflirt mit der Schlägerbitch. Die Nahtanznummer. Im Schaufenster liegen Schweinefüße. Trockeneis.
All is Hell.


Soap & Skin - Lovetunes for vacuum

Anja P. aus Ö. Hab ich in der Zeitung von gelesen. Dann hat sie mich getroffen.


Five Way Mirror - Transcendence

Ich weiß nichts über die, außer, dass sie auf dem Label von Windy & Carl veröffentlichen. In der Musik oder der Aufnahmetechnik vibriert immer irgend etwas auf eine bestimmte Weise. Ich höre das oft.


Burger/Ink - Las Vegas

Begleitet mich seit mehr als 10 Jahren.
Ich vermute: wird mich noch mehr als 10 Jahre begleiten.


Klangwart - StadtLandFluss

Staubgold-Chef Detmer und Staubgold-Artist Reuber zusammen auf LP. Inklusive Stimmenwirrwarr. Fühlt sich nach Osten an. Bushaltestelle in Riga oder so. Die schönstmögliche Bushaltestelle im schönstmöglichen Riga.


Aelita - Tied & tickled Trio

Ziemlich Dub, ziemlich konzentriert und kristalin.


Stars of the Lid - And Their Refinement of the Decline

Erhaben. Kranky #100. Was für ein Jubiläumsgeschenk. Wirklich erhaben. Ja wirklich.



Sunn O))) & Boris - Altar

Dunkel, klar. Und so schön schwebend. Sinking Belle will seit Jahren nicht aus meinem Kopf heraus. Schwarz as schwarz can be. In Norwegen brennen wieder Kirchen.


Gas - Pop

Sonntag ist Samstag. Nacht ist Tag. Ich und der Wald. Das ist erbauliche Musik. Das ist gesund. Das ist kein Blödsinn.


Tim Hecker - Harmony in Ultraviolet

Auch spannend. Manchmal fast Noise. Auf Kranky, klar.

Mittwoch, 11. November 2009

Eins



Das hier hat nichts mit mir zu tun. Mitten in der Handlung selbst träume ich mich an den Anfang. Vor den Anfang. In eine Schwebe. In eine Litanei. In eine Feedbackschleife aus Worten, aus Vokabeln. Kurz: ich bete. Ich beginne, mich selbst zu revidieren. In Teilen: aufzulösen. Auszuradieren. Genauer: zwischen meinem Tun und den Gedanken scheint ein wirkungsmächtiger Verundeutlichungsgenerator geschaltet zu sein. Ich komme nicht von a nach b. Nicht von b nach a. Da ist eine Kluft, nein, keine Kluft: verschiedene Ebenen im Sinne von: Programmierebenen. Oder gar Sprachen, nein. Aber Welten: vielleicht.
Selbstkontrolle funktioniert nicht und das macht mich und meine Freunde schmunzeln: wir sind eins. Kein Teil von uns lässt sich abkoppeln, um einem anderen Teil Regeln aufzustellen.

Wir haben uns dazu entschlossen, ohne Spiegel zu leben. Dafür aber mit Netz. Und doppeltem Boden.

Dienstag, 10. November 2009

Merkwürdigkeiten

Was Rammstein und Papst Benedikt gemeinsam haben?

Beide vielleicht bald verboten: http://www.laut.de/vorlaut/news/2009/11/10/23608/index.htm

Funky, das.

Ach, und danke für die Formulierung "The artist formerly known as Ratzinger".

Samstag, 7. November 2009

Woraus bemerkenswerter Weise nichts hervorgeht

Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostwärts, einem über Rußland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. Die Isothermen und Isotheren taten ihre Schuldigkeit. Die Lufttemperatur stand in einem ordnungsgemäßen Verhältnis zur mittleren Jahrestemperatur, zur Temperatur des kältesten wie des wärmsten Monats und zur aperiodischen monatlichen Temperaturschwankung. Der Auf- und Untergang der Sonne, des Mondes, der Lichtwechsel des Mondes, der Venus, des Saturnringes und viele andere bedeutsame Erscheinungen
entsprachen ihrer Voraussage in den astronomischen Jahrbüchern. Der Wasserdampf in der Luft hatte seine höchste Spannkraft, und die Feuchtigkeit der Luft war gering. Mit einem Wort, das das Tatsächliche recht gut bezeichnet, wenn es auch etwas altmodisch ist: Es war ein schöner Augusttag des Jahres 1913.

Spiegelfechter

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Beim Öffnen der Tür bemerkte ich von alledem noch nichts. Aber schon sehr bald - die ersten Routinen hatten den Tag ins Rollen gebracht - begann diese ganze Verwunderung. Über Nacht schien die Welt verrückt geworden. Nur ein klein wenig. Das Licht ein wenig gelber, die Tische und Stühle um einige Zentimeter verschoben. Leichte Unsicherheit machte meine Bewegungen ungelenker als sonst: machte meine Bewegungen, die doch keine sind, überhaupt erst sichtbar. Ich hatte keine Angst. Der Nebel um uns passte ins Bild und nur deshalb - aufgrund der Tatsache, dass er sich im Bild befand - konnte ich mit weitestgehender Sicherheit ausschließen, dass er der Urheber, der Photograph der Szenerie gewesen war. Spiegel, so schien es mir, dürften keine im Spiel gewesen sein - dazu war diese Angelegenheit zu direkt. Zu nahbar. Und obgleich sich - thematisch passend - meine Sinne allmählich verdunkelten (ich alterte an diesem Vormittag rapide - 2000 lightyears in 20 Minuten), empfinde ich dieses Erlebnis rückwirkend als hell und leicht.

Beim nächsten Öffnen der Tür ging es dann um andere Zustände. Entrückung kommt aber auch in dieser Geschichte vor.
Ich hatte Geburtstag.
Freunde feierten mit mir.
Und tanzten.
Und sangen ein Lied.
Ich war sehr gerührt.

Später dann beschloss ich Dinge zu tun, die ich bislang nie gemacht hatte.

Ich kaufte eine Flasche Whiskey.
Ich begann ein Buch mit mehr als 1000 Seiten zu lesen.

Mittwoch, 4. November 2009

Grandiose letzte Sätze II

Neulich vor der Bar im Nebel. A. rezitiert Rilke.


"Du Dunkelheit

Du Dunkelheit, aus der ich stamme,
ich liebe dich mehr als die Flamme,
welche die Welt begrenzt,

indem sie glänzt
für irgend einen Kreis,
aus dem heraus kein Wesen von ihr weiß.

Aber die Dunkelheit hält alles an sich:
Gestalten und Flammen, Tiere und mich,
wie sie's errafft,
Menschen und Mächte -

Und es kann sein: eine große Kraft
rührt sich in meiner Nachbarschaft.

Ich glaube an Nächte."



Rainer Maria Rilke, 22.9.1899, Berlin-Schmargendorf

Montag, 19. Oktober 2009

Monster. Monstranzen.



Drüben gibt es gar keinen Hügel. Nur Wasser und leichten Dunst. Ich fahre Fahrrad. Ich fahre Bus. Einmal einfach bitte. Nach Hause. Zur Hölle. Heim in Watte. Dorthin, wo der Pfeffer wächst. Intomyveryownprivatebodyplease.

Ich sitze. Ich liege. Ich stehe. Ich gehe.
Die Lenkung ist angenehm. Oder sollte man von Führung sprechen? Von tadelloser Führung?

Ich bin im Gefängnis. Ich bin out of the blue. Ich bin über Los gegangen. Das Spiel ist ermüdend und manchmal zäh aber alle Beteiligten handeln beharrlich und verfolgen ihre Ziele leidensfähig und duldsam.

Ich bin gar nicht da.
Ich bin hier nur angestellt.
Ich wurde hier angestellt.
Von Geisterfäusten.
Nach einem verborgenen und rätselhaften Reihenfolge- und Linienprinzip.

Wir stellen um.
Unsere Zimmer, Essgewohnheiten. Motoren, Produktionsverhältnisse.

All das tangiert mich nur am Rande.
Es wird mitgeteilt aber die Funkverbindung ist schlecht hier am Kap.

Ich sitze.
Ich lüge.
Ich liege.


Bild: Jerome Fino