Donnerstag, 15. März 2012

Weniger Worte

Die Sache mit der Sprache bleibt ungewiss und vorerst im Dunkeln.

An anderer Stelle geht es weiter. Mit Bildern. Und Images. Und Sinn und Verstand.

Bitte folgen Sie mir hier entlang.

Montag, 26. Dezember 2011

Let all mortal flesh keep silence



2011. Bangemachen gilt nicht. Vielleicht trafen deshalb all die neuen Schreckensnachrichten nicht mehr allzu hart. Eher wie Konfetti aus großen Kanonen auf eine altersschwache Lifestyle-Parade im freien Fall.

Musik hilft da auch nicht weiter, weder als Ausdruck des Protests, noch als Evasorik-Hintertürchen, soviel ist mal sicher.

Aber alles geht eben weiter, vor allem in Sucht-Belangen. So auch hier: 2011 in Musik. Das klang bei mir ungefähr so:

Die Straßen, Pfade und Highways bestritten sich leichter mit dem arabischen Pferd auf den Ohren. GUSGUS. Gut. Auch gut für die Straße: JA, PANIK. Die Platte mit dem kryptischen Titel. Andreas Spechtl ist ein toller Typ. Er hat einen Platz in meinem Herzen. Gut für Wohnzimmer, Dancefloor, Küche, Bad: MEN. JD Samson ist ein toller Typ. Sie hat einen Platz in meinem Sexhirn. Gut für alles, was mit Wut zu tun hat: 206. Volltrefferalbum. Dringlichkeit besteht nach wie vor. Bestes Konzert des Jahres. Gut für alles, was nicht mit Wut zu tun hat: CONSOLE. ROBAG WRUHME. ADA. J. MASCIS. Gut zu Rotwein: BOHREN & DER CLUB OF GORE. MOGWAI. Gut zu Weißwein: AEREA NEGROT. Gut zu Grüntee & Sex: THE FIELD. Gut zum Bahnfahren, aus-der-Haut-fahren, von Sinnen sein: TIM HECKER. Gut zum Alltag: THURSTON MOORE. Gut zur Weltflucht: WOLVES IN THE THRONE ROOM. Gut zu allem: METRONOMY. Gute Nacht mit LOSCIL und den WALLS. Gut gerüstet für ein besseres Leben in Wahnwitz und Mut mit BORIS.

Und POLLY JEAN darf natürlich nicht fehlen. Das ist ein hervorragendes Album, dieses LET ENGLAND SHAKE.

Mein persönlicher Favorit, mein Album des Jahres, kommt mit - Überraschung - ordentlich Gitarren um die Ecke. LITURGY - AESTHETICA. Hätte ich vor 'nem halben Jahr auch nicht geglaubt. Ist aber alles nur Fassade, Tarnung, Taktik: Eigentlich geht es hier um Wiederholung, Einschleifung, Verdichtung. Vehemenz, Weltabgewandheit, Raserei. Black Metal sagen manche (ich nicht). Der Wille zum großen Bild. Konzentration. Furioses Album.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Tourism



Abenteuer Reise: inside the heart of darkness. All das hat nichts mit Taifunen oder Helikoptern zu tun, mit Hölle aber schon. Wir laufen die Straße entlang, mitten ins Grau. Fassaden, Verschläge, Neubaugebiete, Stallungen. Alles so eng, aber Platz scheint hier keiner von Nöten zu sein: diese Welt war nie zur Benutzung freigegeben worden. Besiedelung als Unfall, Interim, den Umständen geschuldet.

Samstag, 19. November 2011

Words do come easy




Auf wundersame Weise werden Worte vervielfältigt. Nicolson, der wundervolle Nicolson weiß wovon ich spreche.

Tiefer. Dunkler. (Ursprünglicher Titel: Dunkeln)




"Im Rahmen der Möglichkeiten
sind wir ein hoffnungsloser Fall."



It's all been such a rush, Saurav, it's all been such a rush.
Chatroulette mit Exeter, it's all been such a rush.

Die Tage ziehen vorbei, schnell, schneller, in Wellen. Mir wird eng. Bang. Enger. Banger. Am engsten und am bangsten. Meine Augenlieder zucken. Tics. Rapid I Movement. Mehr von allem. Egozentrismus mal anders: Alles für mich bitte, alles auf mich hin, alles hin, hin, hin.

Die Eremitage ist gefüllt mit Koma, Gram und Selbstvermeidung. Wechsel vermeiden, Positionen vermeiden. Liegen und schmiegen, in etwa der Art, wie Lachse sich in den Käscher schmiegen.

Von Sinnen sein. Von allen guten Geistern verlassen. Vereinzelt, verflixt, gefüttert und angeleint. Schlussendlich: allein.

Das Vokabular ist dem früherer Tage noch immer ähnlich, mittlerweile aber etwas schal geworden.

Und ähnlich fühlt sich der Tag, das Leben, die Arbeit, die Idee, das Bild, der Geist, der Körper an: schal. Müde auch. Wenig aussichtsreich und trüb.

Es hilft nichts. Die Eremitage ist kein Testlabor. This is not about User Experience.

Wir sind nicht mehr viele, soviel ist sicher.
Wir schwinden.

Sonntag, 3. April 2011

Die Welt ist schön. Ich lebe gern.

Montag, 6. Dezember 2010

Mark Morrisroe



Ich sah 3 Bilder und einen Text von Mark Morrisroe, die mich berührt haben.

Das Fotomuseum Winterthur zeigt eine umfassende Werkschau Morrisroes bis zum 13. Februar 2011.

Faces



Alles Sturm. Richtung als Zufall. Über und zwischen allem, durch alles hindurch: das Display, der Spiegel.

Plötzlich dann: ein Gesicht, das ich erkenne. Hinter dem Spiegel, ganz nah - 13 Stunden über dem Festland. Dieser Anblick, der keiner ist, weil er keine Ruhe findet, weil er immer durchkreuzt und revidiert wird vom: Rückblick; von: Reaktion; vom: Gegenüber, von dir. Rapid "I" Movement, das ist rastlos, ich bin ratlos (und wehrlos - wie schön).

Ich stehe im Wald. Ich bin ohne Gewehr aus dem Haus gegangen und ohne Gewähr. Ich stehe nicht im Wald, das war nur ein Geruch. Wie: Gerücht. Comme des Garcons.

Ich weiß nicht, was zu sagen ist. Ich finde nicht zur Ordnung. "Themen" gäbe es viele, aber diese Art des Gesprächs will ich nicht führen. In a manner of speaking / semantics won't do.

Ich erreiche die Haustür. Es ist spät am Abend (eine Vermutung). Ich spiele mit dem Gedanken umzukehren und noch eine Runde zu drehen, zu wehen, geweht zu werden.


Bild: Gregory Crewdson

Montag, 22. November 2010

Herself




Elektropostalische Grüße aus Weilheim. In meinem Email-Postfach befinden sich 4783 Nachrichten, kaum eine ist wertvoller als diese.

Neues Console-Album. Ich ahne Großes (ich bin Fan). Reset the Preset, Live at Centre Pompidou und Mono sind seit Jahren konstante Begleiter.

Ich setze die Kopfhörer auf und verlasse das Haus. Es geht nicht um Rhythmuswechsel, eher um einen Prozess von Einkreisung. Oder Annäherung. Das erinnert immer ein wenig an Jam-Session. Drum herum spielen, abtasten. Dann Miriam, klar wie eh und je: Bit for bit, we're all alone.

Ich gehe weiter, das Licht lässt nach. Die erste Station habe ich vergessen oder bewusst ausgelassen, ich kann mich nicht genau erinnern. Diese Musik ist nahezu schizo: nimmt mich in Beschlag, ohne aufdringlich zu sein.

Ich laufe weiter. Endlich Regen, das fühlt sich gut an. Ich kann über das Wasser gehen.

Ich schätze an Musik viel von dem, was ich auch an Menschen schätze: Freundlichkeit, Unaufdringlichkeit, Intensität ohne plakatives Pathos.

Ich brauche eine Pause. Verbinde mich mit MET+8, kurzes Hallo aus Asien und ein großes Ausrufezeichen für Track Nummer 4. "Her Eyes" zieht mich aus, dann raus, rein in die Nacht. Powered by Unvernunft und Unterbewusstsein. Draußen in der Feierabendgasse beginnt die offizielle Afterhour. 18:30. Ich so im Nebel. Das ist Trance.

Ich schätze an Musik viel von dem, was ich auch an Rauschmitteln schätze: Tiefenschärfe, Herzensbildung, Unverstand.

Dann großes Getanze im Warenhaus. In der Küchenabteilung moonwalkt Billie Jean um die Ecke. Ich grinse. Ich kaufe nicht. Jetzt bloß nicht die Kopfhörer absetzen.

Ich gehe weiter, ich gehe über Los. Ich gehe ins Gefängnis. Ich ziehe eine Ereigniskarte. Ich verlasse das Jahrhundert. Ich bin erwachsen. Ich bin verliebt.

Ich schätze an Musik viel von dem, was ich auch an Liebesbeziehungen schätze: Nahbarkeit, Unmittelbarkeit, ohne Worte ganz dicht dran sein.

Irgend jemand hat die Musik lauter gemacht. Ich kann diese Fläche nicht fassen. Ich bin kein Produktionsfetischist und ich möchte auch keiner werden. Aber das klingt alles so unglaublich ... warm und dicht und behutsam arrangiert.

Ich kann die ursprünglichen Pläne nicht halten, so viel ist klar. Ich muss Konsumabsichten verschieben und Telekommunikationstermine absagen. Heute Abend ist Klausur und Euphorie, here in my own private Einzimmerkopfkino.

Das neue Console-Album heißt "Herself" und erscheint am 26. November.
My name is Sergeant Pfeffer.
Ich bin Fan.

Samstag, 6. November 2010

You don't fool me


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