Samstag, 3. Mai 2008

Tag 5 mit Jamie Lidell

Kurze Verzögerung im 7-Tagesplan. Die Nacht und der Schnaps waren schuld.
Weiter gehts mit hippophiler Funkmusik. If you wanna ride, don't ride the white horse.

Jamie Lidell - Little bit of Feelgood

Freitag, 2. Mai 2008

Software-Kram.




Technik-Kram in gebotener Kürze: Heute zufällig über Skitch gestolpert. Ungefähr SO stelle ich mir intuitive Bildbearbeitung für den alltäglichen Kleinkram vor. Nicht vom etwas merkwürdigen Kitsch-Design abschrecken lassen.

Standortbestimmung



Authentizität. Wahrhaftigkeit. Schon klar. Es ist passiert. Es IST passiert. Ganz sicher. In Ermangelung von adäquaten Schreckensbildern wird dann gerne mal auf "Ersatzmaterial" zurückgegriffen. Spurensicherer bei der Arbeit ("wir sind so analytisch"), Geranienarrangements ("hier lauert das Grauen hinter der Fassade"), gerne auch öffentliche kollektive Trauer ("wir sind so solidarisch").
Seit einiger Zeit finden sich immer wieder auch Satelitenbilder der Tatorte in der medialen Berichterstattung (Screenshot von Spiegel-Online), was durchaus aufschlussreich für die Auseinandersetzung mit (außergewöhnlich brutalen und komplexen) Straftaten sein mag: Das Moment des Überblicks scheint dabei der Strukturlogik des Berichtens im Allgemeinen zu folgen, die Tatsache, dass dieser spezifische Überblick nun jedoch kein Überblick über die Fakten des Verbrechens (die meist erst sehr zeitverzögert der Presse zugänglich gemacht werden), sondern ein kartographischer sein will, ist dagegen von spezifischem Interesse. Die Vermessung der Welt. Die Vermessung des Bösen. Wäre es spitzfindig anzumerken, dass der Standpunkt des Beobachtens bei der Satelitenerfassung quasi maximal vom Ort des Grauens entfernt wird, im wahrsten Sinne des Wortes "nicht von dieser Welt" ist? Distanzierungsmechanismen sind nun mehr oder minder elementar in Bezug auf die Auseinandersetzung mit "dem Bösen", meist handelt es sich aber eher um moralische ("wie kann ein Menschin in der Lage sein so etwas zu tun?") oder psychologische (die Rede vom "Unvorstellbaren", die eben nur deshalb funktioniert, weil die beschriebenen Sachverhalte eben doch vorstellbar sind) Distanzierungen, nicht um geographische. Der Satelit fügt sich als illustrativer Vermessungsgegenstand wunderbar in eine Diskussion um regionaltypische Gewaltvebrechen ein. Die ostdeutsche Säuglingsmörderin. Der belgische Kinderschänder. Der östereichische Kerkercapo. Schwierig, das. Und höchst spannend. Das Bild der "Seelenlandschaft" scheint weiter nuanciert zu werden.

Mittwoch, 30. April 2008

Nacht der Arbeit




Schwestern, zur Sonne zur Freiheit!

Die Sache mit den Utopien geht weiter.

Am Mittwoch im Angebot: Fußball gucken (Championsleague Halbfinale) und Grillgut im Innenhof verbrennen.
Danach dann: Realsozialismus as can be: Zuckerbrot & Peitsche!
Muck und Dani spähen in Richtung Feindesland und spielen  Propaganda-Funk- und Soulschallplatten.
Danach gehts mit Disco Dan ins kommunistische Rimini. Compagno Don lässt sich für die Nacht entschuldigen, macht aber nichts: Dan brezelt  2 Sonnenbrillen übereinander, kippt ne Flasche Doppelherz und tanzt euch den Italo Flaviatore.

Ganz spät vielleicht noch: Revolutionäre Verbrüderungsgesten & außerparlamentarische Hysterie.

Im Überblick:

MI 30.04.08 KANTINE KN
Nacht der Arbeit

Fußball Championsleague Halbfinale: Liverpool - Chelsea (Anpfiff 20.45)
DIY-Grillbewegung (allnachtlang)
Musik von Muck & Dani / Disco Dan

Tag 4 mit den Pet Shop Boys

Schon etwas älter, aber nach wie vor ganz wunderbar. "Home and dry", bebildert von Wolfgang Tilmans.


Dienstag, 29. April 2008

Tag 3 mit Björk

"The most overrated artist in the world" meinte eine Nachtlebenbekanntschaft vor einiger Zeit mal in Bezug auf die Karriere von Frau Gudmundsdottir. Die Strokes rangierten dagegen in seiner Welt im Status von Universalgenies. Hätte ich um diesen Umstand etwas früher gewusst, ich hätte mir die Sache mit den Schleimhautkontakten nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Soviel ist doch klar: Man kann doch nicht nicht fassungslos vor dem Oeuvre von Björk niederknien.

Aktuelles Beispiel: Wanderlust


Montag, 28. April 2008

Tag 2 mit Schlammpeitziger

Ich erinnere mich noch sehr gerne an den Auftritt von Schlammpeitziger im letzten Herbst in der Kantine. Damals gab es - ich schrieb bereits davon - neben sehr guter Musik auch sehr gute Bebilderungen von Ulrike Göken (deren Videos ich allesamt nur empfehlen kann). Und sehr gutes Merchandisezubehör.

Das Video zu "Rastplatz Rastlos" bietet nun Floralverkehr erster Güte.

(auch toll, auch erwähnenswert: Schlammpeitziger anno 1980 als Gene Simmons. Da.)



Sonntag, 27. April 2008

7 Tage, 7 Musikvideos

Erstaunlich oft war mir in den letzten Wochen danach, Musikvideos zu posten. Die aufmerksame Leserin, sollte sie denn existieren, weiß sicherlich um meine Abneigung Skepsis gegenüber bewegten Bildern. Ist natürlich völlig unbegründet und liegt nahezu ausschließlich an einer mir eigenen drängenden Ungeduld. Und an mangelnder Konzentration. Ab und zu, eher selten, schaffe ich es aber dann doch mal still zu sitzen und zuzuschauen. Und noch seltener bin ich dann begeistert.
7 gute Beispiele hierfür folgen in den kommenden 7 Tagen.

Den Anfang macht mein Top-Idol Jarvis Cocker mit der paradigmatischen Aussage "Don't let him waste your time" (man sollte Flyer drucken lassen). Das Video ist in erster Linie alleine deshalb so hervorragend, weil Jarvis so eine coole Sau ist. Und weil er sein Taxi in Richtung Bethnal Green lenkt, wo es mir außerordentlich gut gefällt.

(Produktions- und Rezeptionsästhetische Gesichtspunkte mögen diejenigen ins Feld führen, die etwas davon verstehen. Ich nicht.)


Dienstag, 22. April 2008

the taste is familiar and so is the sound, it burns all my money it turns me down.



Ja, Panik. Guter Bandname. Wollte schon länger mal 1,2 Sätze über die schreiben. Gitarrenmusik wird ja immer langweiliger und blöder, überhaupt im Hinblick auf sogenannte "Newcomer". Die Alten vermögen mich immer wieder zu trösten: Yo La Tengo. Trail of Dead. Tocotronic. Sleater Kinney. Neue Gitarren-Bands erheitern mich dagegen nur selten. Das letzte Debut, das mich so richtig überzeugte, dürfte wohl Arcade Fires "Funeral" gewesen sein.
Die Gruppe JA, PANIK aus Wien kommt da mehr ale gelegen. Das selbstbetitelte erste Album von 2006 hab ich wohl verschlafen, wird aber alsbald nachgeholt, versprochen. Das aktuelle Werk trägt nun den wirklich hervorragenden Titel "The Taste and the Money" und erscheint in Deutschland auf Alfred Hilsbergs whatssofunnyabout-Label.
Mit tollen Liedern und toller Verzweiflung in der Stimme. Nahbar. Ungehalten. Prätentiös.

Auf der Internetseite der Gruppe findet sich auch ein Manifest. Kann man blöd finden. Oder nicht. Beispiel:

Auf blutigen Knien flehen wir euch an: schneidet die Penisse aus der Pop-Kultur! Zerfleischt sie! Reißt sie aus allen Künsten! Speit jeden Tag auf den Altar eurer Männlichkeit! Defragmentiert euer Geschlecht, stülpt es nach innen! Aoide wird euch aus dem fiebrigen, hundertjährigen Schlaf küssen und eure Gitarren werden wie von Zauberhand vom reinen Werkzeug zum einzig wahren Glied werden.


Find ich gut.
Ein Video-Interview gibt es auch. Inklusive Verweigerungsgesten. Beispiel:




Ich finde das alles sehr gut.
Alles anschauen. Alles kaufen. Hier gehts los.

Samstag, 19. April 2008

Infected with a Poison




Schluss mit Jaja!  Verpiss you Aktionismus!

Wir nehmen die Ausfahrt Richtung Wahnsinn.
0800-H-Y-S-T-E-R-I-A. Dauerbesetzt, schon klar.
Also doch wieder Aktionismus: Wir basteln ein Flimmern, ein Rauschen, ein Fieber. Eine Krankheit, pandemisch, viral.
An Nadeln und Tupfern: KRAUSNIK & PFEFFER.
Am Voodoobesteck: MC LOVE.
Curiosity Show mit inhaltlicher Neuausrichtung sozusagen.

So debil.
So wunderschön.
So infektiös.
Nachts, zwischen Kot, Erbrochenem und Neonschweiß.
Genpool Dancefloor.
Dort lieben und reden wir aneinander vorbei.
Und forcieren unsere Unheilbarkeit.
Alle auf Autopilot.
Alle auf Abwegen.
Alle anders.

Vereint als Infekt.
In Fact.
In Extase.


THEKENSCHLAMPEN #7
SA 19.04.08 KANTINE KN

Infektiöse Zungenküsse bis zum Anschlag.
Housemusik von KRAUSNIK & PFEFFER
Verbales Virales von MC LOVE.

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